Dienstag, 31. Mai 2016

Zwei Katzen sind besser als eine


Haben Sie sich auch schon mal gewundert, warum die meisten, wenn nicht sogar alle Katzenhalter, die Sie kennen, mehr als eine Katze haben? Muss man Katzen immer zu mehreren halten oder sind sie nicht eigentlich viel mehr Einzelgänger? Und wie gewöhnt man zwei völlig fremde Katzen aneinander? Das alles klären wir heute.

Warum brauche ich zwei Katzen?

Grundsätzlich kann man sagen, dass zwei Katzen tatsächlich besser sind als eine. Das hat einen ganz einfachen Grund: Katzen sind Rudeltiere. Sie brauchen Artgenossen um sich herum, Freunde, Spielgefährten und Mitstreiter. So sehr Ihre Katze Sie als Halter (oder Dosenöffner) auch liebt, Sie können einen Artgenossen nicht ersetzen.
Vor allem Wohnungskatzen langweilen sich und vereinsamen, wenn sie keine anderen Katzen um sich haben. Dies führt dann zu Unreinheit und Kratzen an verbotenen Stellen - und das will sicherlich niemand.
Freigänger können auch allein gehalten werden, da sie sich die sozialen Interaktionen mit Artgenossen in der Natur, der freien Wildbahn, holen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Tier genug Auslauf hat.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wichtig ist, ob Sie zwei Geschwister holen oder zwei fremde Tiere, ob die Katzen gleichzeitig oder nacheinander angeschafft werden und ob es zwei Kater, zwei Katzen oder gar ein Pärchen sind.

Die Sozialisierung

Zwei Geschwister kennen sich von klein auf und sind, im besten Falle, gemeinsam von der Katzenmutter und dem Frau- bzw. Herrchen sozialisert worden. Sie haben bereits untereinander eine Rangordnung und sich gegenseitig als Spielgefährten akzeptiert. Dies ist bei fremden Kätzchen nicht so. Sie müssen sich erst kennen lernen und brauchen dementsprechend eine längere Eingewöhnungsphase als Geschwister.

Zwei Geschwister passen meist besonders gut zusammen.
Bildquelle: aloiswohlfahrt / pixabay.com

Gleichzeitig oder Nacheinander?

Dies liegt oftmals nicht in der Entscheidung des Halters. Wenn Sie planen, sich eine zwei Katzen anzuschaffen, sollten Sie nicht erst eine holen und dann, Wochen später, eine zweite dazukaufen. Stattdessen kaufen bzw. adoptieren Sie direkt zwei Tiere, die sich bestenfalls sogar schon kennen (z. B. weil sie miteinander aufgewachsen sind). So ist die Eingewöhnung viel leichter.
Wenn Sie aber schon zwei Katzen besessen haben und eine z. B. gestorben ist, sollten Sie eine zweite Katze nachholen. Warten Sie damit aber eine gewisse Zeit ab (das ist von Katze zu Katze unterschiedlich!), damit die übriggebliebene Katze den Verlust verkraften konnte und in der neuen Katze keine Konkurrenz sieht.

Das Geschlecht entscheidet 

Grundsätzlich ist es einfacher, zwei Katzen oder zwei Kater zu holen, anstatt ein Pärchen. Katzen und Kater haben sehr unterschiedliche Verhaltensweisen und ein unterschiediches Revierverhalten, dass zu Konflikten und Problemen führen kann.
Doch, wie bei allem im Leben, bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel: Es gibt durchaus Katzen, die sich nur mit Katern verstehen und Kater, denen andere Kater ein Gräuel sind.
Wichtig ist, dass Sie Ihre Katze nicht dazu drängen, ein Tier gut zu finden, das absolut nicht zu ihr passt!

Gleich und gleich gesellt sich gern...

oder Gegensätze ziehen sich an? Beim Charakter der beiden Katzen können beide Sprichwörter zutreffen. Manche Katzen haben einen äußert harmoniebedürftigen, entspannten Charakter und brauchen jemanden, der ihnen ähnlich ist. Andere Tiere sind sehr verspielt - zu ihnen passt vielleicht ein Ruhepol besser. Wenn Sie bereits eine Katze besitzen: Schätzen Sie den Charakter des Tiers ab und überlegen Sie, wie es sich im täglichen Leben verhält: Animieren Sie Ihre Katze zum Spielen oder sind Sie zur Zeit der Ruhepol? Was passt am besten?

Das Alter als wichtiger Faktor

Manchmal kann auch das Alter der beiden Tiere entscheidend für die Sozialisation sein. Gerade wenn Sie bereits eine Katze besessen haben und eine zweite dazuholen, sollte ein gewisser Altersunterschied da sein. Die neue Katze ist dabei besser jünger als die alte Katze. So weckt das Kätzchen in Ihrem Mitbewohner einen gewissen "Beschützer"-Instinkt und genießt sozusagen Welpenschutz.
Doch Achtung: Nicht jede Katze bzw. jeder Kater hat be einem fremden Kitten diesen Instinkt! Manchmal reagieren ältere Tiere auch aggressiv gegenüber fremden Jungtieren. Beobachten Sie Ihre Katzen genau und greifen Sie ein, falls sie sich schwer zu verletzen drohen!

Zwei Katzen sind Spielgefährten und Freunde füreinander.
Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Eingewöhnung

Wenn Sie zwei einander bekannte Katzen gleichzeitig erwerben, geht es bei der Eingewöhnung nur noch darum, sich an die neue Bleibe, das neue Revier, zu gewöhnen. Mehr dazu finden Sie in unserem Blogpost "Wir ziehen um - Umzug mit der Katze".  Wenn Sie nacheinander zwei Katzen adoptieren, müssen die beiden Tiere sich langsam aneinander gewöhnen. Lassen Sie das neue Tier zunächst allein in einem Raum, der als Rückzugsort dient. Hier sollte die Katze alles haben: Futter, Wasser, eine Kratz- und eine Spielmöglichkeit, ein Katzenklo und einen Schlafplatz. Nach einigen Tagen können Sie die alte Katze zur neuen lassen, damit die beiden sich beschnuppern können. Ab jetzt liegt es nicht mehr in Ihrer Hand: Die Katzen müssen sich in ihrem Tempo aneinander gewöhnen!

Was tun, wenn es partout nicht klappen will?

Wenn die beiden Katzen sich auch nach längerer Eingewöhnungsphase nicht verstehen wollen, können Sie versuchen, mit Katzenminze nachzuhelfen. Das macht die andere Katze noch attraktiver.
Wenn auch dieser kleine Trick nichts hilft und die beiden unter keinen Umständen zusammenfinden, bleibt nur noch eines: Sie müssen sich schweren Herzens wieder von einem Tier trennen.
Wenn Sie die beiden Katzen nacheinader erworben haben, muss das neue eingezogene Tier leider gehen - alles andere wäre herzlos Ihrer Katze gegenüber. Wie soll sie dann jemals wieder Vertrauen zu Menschen fassen? Wenn Sie beide Tiere gleichzeitig bekommen haben, müssen Sie sich überlegen, ob Sie eine Katze behalten wollen, oder sogar beide wieder abgeben. So erfährt keine Katze eine Zurückweisung.
Vielleicht braucht Ihre Katze gar keinen Spielgefährten, oder jemanden mit einem anderen Charakter oder einem anderen Geschlecht? Versuchen Sie doch einmal, im Tierheim eine passende Katze zu finden!

Donnerstag, 19. Mai 2016

Wenn Katzen Babys kriegen

Auf einem Blog über Katzenbabys sollte es ja manchmal auch um Katzenbabys gehen. Vielleicht haben Sie schon Katzenbabys, vielleicht ist Ihre Katze gerade trächtig, vielleicht möchten Sie gern anfangen, zu züchten. Doch wie läuft eine Geburt bei Katzen eigentlich ab? Und was passiert danach? Darüber informieren wir Sie heute!

Die Katzengeburt

Katzen sind in der Regel zwischen 63 und 70 Tagen trächtig. Dabei ist es wichtig, zu wissen, dass hier, anders als beim Menschen, ab der Empfängnis gezählt wird, da dabei erst der Eisprung ausgelöst wird. Kurz vor der Geburt wird die werdende Mama in der Regel unruhig und sucht ggf. die Nähe zu "ihrem" Menschen.
Tipp: Bieten Sie der Katze ein warmes und ruhiges Plätzchen zum gebären an, damit sie sich nicht irgendwo versteckt, wo Sie sie dann erst noch suchen müssen, wenn es soweit ist!
Die Geburt selbst kann in zwei Phasen eingeteilt werden: Die Eröffnungsphase und die Austreibungsphase. Katzenmütter beißen oder lecken die Fruchtblase in der ersten Phase selbst auf, damit die Kätzchen zur Welt kommen können.
Neugeborene Katzen sind zwischen 10 und 15 cm groß, wiegen zwischen 60 und 140Gramm und sind bei der Geburt blind, taub und zahnlos. Deshalb sind sie gerade in der ersten Zeit absolut auf das Muttertier angewiesen, da sie sonst nicht lebensfähig sind. Direkt im Anschluss an die Geburt leckt die Mutter die Babys sauber und frisst auch die Plazenta auf. Dies ist ganz normal. Das Muttertier nabelt so die Kinder ab. Außerdem ist das einem Instinkt geschuldet: In der Natur würde der Blutgeruch der Plazenta und der Babys Räuber anlocken. Direkt im Anschluss an die Geburt müssen die Kleinen trinken, damit sie überleben können. Danach werden die Kitten vermutlich in ein neues, sauberes Nest getragen.


Bis zur achten Woche trinken die Kitten ausschließlich Muttermilch.
Bildquelle: Peggy_Marco / pixabay.com


Vernachlässigung eines Babys

Falls Sie feststellen, dass die Mutter sich um eines ihrer Babys nicht oder nicht mehr kümmert, müssen Sie schnell handeln! Dieses Verhalten ist instinktgesteuert und bedeutet, dass das Kind nicht überlebensfähig bzw. krank ist. Dank modernen Medizin kann dem Baby heutzutage aber in vielen Fällen durch Tierärzte geholfen werden.


Instinkte beim Mutterverhalten

In der ersten Zeit nach der Geburt handelt die Katzenmutter instinktiv. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn sie Sie mal anfaucht oder Sie nicht in die Nähe ihrer Kitten lassen will. Nach einigen Wochen wird sich dieses Verhalten wieder normalisieren. Der Tagesablauf der Neugeborenen besteht zu dieser Zeit aus Trinken und Schlafen. So verdoppeln sie ihr Geburtsgewicht bereits innerhalb der ersten zehn Tage! 


Wer Augen hat sehe, wer Ohren hat höre!

Nach etwa einer Woche öffnen die kleinen Katzen ihre Augen. Doch scharf sehen können sie noch lange nicht. Bis dahin dauert es noch gut weitere 40 Tage. Ihr Hörvermögen dagegen ist schneller entwickelt: Bereits nach 16 Tagen sind sie nicht mehr so sehr auf ihr Muttertier angewiesen und können selbst hören, was um sie herum passiert. Übrigens: Auch Katzen haben Augenfarben, diese sind aber erst nach etwa 12 Wochen klar erkennbar.
Nach zwei Wochen können die Neugeborenen bereits krabbeln, einige Tage später fangen Sie auch an zu laufen. Sie sehen: Die frühkindliche Entwicklung bei Katzen geht ungleich schneller als beim Menschen!

Katzenbabys kommen blind und taub zur Welt.
Bildquelle: andiroth / pixabay.com


Ganz wichtig: Die Reinlichkeit

Sobald Ihre Kätzchen laufen können, wird es Zeit für die Reinlichkeitserziehung. Bis dato hat die Katzenmama Urin und Kot ihrer Babys gefressen, doch so langsam müssen sie mit Hilfe einer kleinen Schale oder eines seperaten Katzenklos an die Reinlichkeit gewöhnt werden.
Bereits nach vier Wochen können Sie damit anfangen, die Kätzchen an feste Nahrung zu gewöhnen. Denn in dieser Zeit bildet sich auch das Milchgebiss der Tiere vollständig aus.


Der erste Tierarztbesuch...

sollte anstehen, wenn die Kätzchen etwa acht bis neun Wochen alt sind. Jetzt müssen Sie mit der Grundimmunisierung beginnen - weitere Informationen dazu gibt Ihnen der Tierarzt.

Wichtig ist, dass Sie Katzenbabys nicht vom Muttertier trennen, bevor sie nicht acht bis neun Wochen alt sind. Die meisten Händler empfehlen sogar eine Abgabe nicht vor der zwölften Lebenswoche, auch der Sozialisierung wegen. Wenn Sie nun selbst eine Katze suchen oder Ihre kleinen Kitten verkaufen möchten, schauen Sie gerne in der Rubrik Katzen auf markt.de vorbei!

Mittwoch, 4. Mai 2016

Klischees, Mythen, Vorurteile auf dem Prüfstand

Über Katzen gibt es unglaublich viele Klischees und Mythen. Sie hassen Wasser, haben sieben (oder neun) Leben, jagen immer Mäuse und sowieso landen sie immer mit den Füßen voran. Nicht alle Vorurteile über Katzen stimmen, manche lassen sich vielleicht auch sehr einfach wissenschaftlich widerlegen. Was wahr ist und welche Irrglauben Sie getrost ad acta legen können, erfahren Sie hier!
 
  1. Katzen und Hunde hassen sich - immer
    Katzen und Hunde können auch sehr gute Freunde sein.
    Katzen und Hunde können auch sehr gute Freunde sein.
    Quelle: Unsplash / pixabay.com

     Stimmt nicht! Richtig ist, dass die unterschiedliche Körpersprache der Tiere häufig zu Missverständnissen führt: Was für die Katze Aggression und Drohung bedeutuet, ist für den Hund schiere Freude (schwanzwedeln). Hier kommt es immer darauf an, wie die Tiere im Kindesalter sozialisiert wurden. Wenn Katzen und Hunde zusammen aufgewachsen sind, sind sie in aller Regel gute Freunde.
  1. Katzen hassen Wasser
    Stimmt nicht! Richtig ist, dass Katzen ein anderes Verhältnis zum Wasser haben und das ist genetisch bedingt. Ihre Vorfahren stammten aus der Wüste, in der Wasser sehr kostbar war. Diese Information ist bei unseren Hauskatzen erhalten geblieben – deshalb verschwenden Sie in aller Regel kein Wasser. Doch natürlich gibt es auch ausnahmen und manche Katzen lieben es, ausgiebig zu plantschen!

  2. Katzen landen immer auf den Pfoten
    Stimmt teilweise! Wenn Katzen herunterfallen, drehen sie sich so, dass sie mit den Füßen voran landen. Das nennt sich Stellreflex. Im Zusammenhang mit der perfekten Federung ihres Skeletts können Sie die Kraft bei einem Sturz aus großer Höhe absorbieren und verletzen sich kaum oder gar nicht. Diesfunktioniert allerdings erst ab einer gewissen Fallhöhe. Bei niedrigen Höhen bleibt der Katze keine Zeit, sich zu drehen und daher kommen bei geringen Höhen die schlimmen Verletzungen.

  3. Katzen haben sieben (oder neun) Leben
    Ob dieser Mythos stimmt oder nicht kann nicht eindeutig gesagt werden. Er geht zurück auf Mythen aus dem alten Ägypten (s. unser Blogpost hier) und auf Punkt 3. Da Katzen sich nicht verletzen, wenn sie aus großer Höhe herabfallen, gehen abergläubische Menschen davon aus, dass sie mehrere Leben haben müssen. Dies ist jedoch nicht erwiesen.
  1. Katzen trinken Milch
    Manchen Kätzchen schmeckt Milch sehr gut!
    Manchen Kätzchen schmeckt Milch sehr gut!
    Quelle: ChristopherPluta / pixabay.com

    Stimmt teilweise! Man darf Katzen durchaus Milch geben, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Zum Einen vertragen Katzen Milchzucker (Laktose) nicht, weshalb sie lieber Kondensmilch bekommen sollten. Zum Anderen ist Milch für sie kein Wasser-Ersatz, sondern eher wie flüssiges Futter zu bewerten. Das Tier darf also durchaus ein bisschen Milch bekommen, aber eben in Maßen.

  2. Katzen jagen Mäuse
    Stimmt! Katzen sind geborene Jäger, das ist genetisch bei ihnen angelegt. Sie jagen alles, was in ihrem Lebensraum als kleine Beute zur Verfügung steht. Dazu gehen neben Mäusen auch Ratten, kleine Vögel, Eidechsen, Schlangen und andere Kleinsäuger.

Sie sehen: Es gibt viele Mythen über Katzen, die sehr einfach widerlegt werden können. Viele Dinge sind wissenschaftlich sehr einfach zu erklären und gar nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Kennen Sie nocht weitere Mythen über Katzen? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!