Samstag, 3. Mai 2014

Das Schweizer Tierschutzgesetz schützt auch Katzen

Die Schweiz setzt sich stark für eine artgerechte Haltung von Katzen
ein. © By FunnyOrangeCat, via Wikimedia Commons.
Schon seit einiger Zeit gelten Tiere vor Gericht nicht mehr nur als Sache. Im Streitfall kann dann nicht nur für den Sachwert, sondern auch für den ideellen Wert eine Entschädigung geltend gemacht werden. 

Der Schweizer Tierschutz geht aber noch einen Schritt weiter. Aufgeteilt in die vier Bereiche Zucht, Sozialkontakte, Lebensraum und Zusätzliche Aspekte wird hier das absolute Minimum für artgerechte Haltungsbedingungen definiert. Hauskatzen dürfen nicht mit Wildtieren verpaart werden. Kater, die zur Zucht eingesetzt werden, dürfen neben den Deckakten nicht in Gehegen gehalten werden. Die Gehege für Katzen müssen eine Mindestfläche von sieben Quadratmetern und eine Höhe von zwei Metern aufweisen, wobei hierin die Einzelhaltung nur temporär erlaubt ist. Da Katzen soziale Tiere sind, muss ein Minimum an Sozialkontakten sichergestellt werden. Reine Wohnungskatzen müssen daher täglich Sozialkontakt mit Artgenossen oder (nur bei Unverträglichkeit) mit Menschen haben. Um Hauskatzen einen ansprechenden Lebensraum zu bieten, sollten genügend Ruheplätze, Kratzbäume, Beschäftigung und Katzentoiletten vorhanden sein. 

Die sogenannten „Qualzuchten“, die zu massiven zuchtbedingten Gesundheitsproblemen führen, sind in der Schweiz wie auch in Deutschland (§11b TierSchG) für alle Tierarten verboten. Auch Überfütterung ist im Schweizer Tierschutzgesetz aufgeführt und verboten. Die Schweiz nimmt also eine Vorreiterrolle in Sachen Tierschutz ein. In den meisten privaten Tierhaltungen ist der Mindeststandard ohnehin erfüllt, sodass Privatpersonen keine aufwändigen Anpassungen vornehmen müssen. Im kommerziellen Bereich andererseits bedeutet die Neuauflage des Tierschutzgesetzes eine erhebliche Verbesserung für die dort gehaltenen Tiere.

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