Montag, 16. September 2013

Domestikation der Katze - Von der unnahbaren Wildkatze zur verehrten Göttin


Die Vordergründige Frage im Zusammenhang mit der Domestikation der Katze ist, wer eigentlich den ersten Schritt getan hat. War es der Mensch, der die Katze in sein Haus aufnahm oder war es die Katze, die sich aus freien Stücken dem Menschen anschloss? Betrachtet man sich unsere heutigen Stubentiger, dann tendiert man wohl eher zu letzterer Version. Der Begriff „Domestikation“ beschreibt lediglich, dass eine Tierart Anpassungen an das Leben zusammen in einem Haushalt mit dem Menschen erfährt. Es beinhaltet keine Aussage darüber, wie Mensch und Tier ihr gemeinsames Dasein begannen.

Stubentiger oder Freigänger? Foto: Wadems | Wikimedia Commons

Für das frühere Nomadenleben der Menschen konnten sich die Katzen nicht begeistern. Hunde hingegen waren zu dieser Zeit schon längst im häuslichen Umfeld zu finden. Katzen schlossen sich dem Menschen nachweislich erst vor ungefähr 4000 Jahren auf Kreta und vor etwa 2500 Jahren in China an. Vermutungen zufolge fand die früheste Domestikation jedoch im alten Ägypten statt. Hier gab es prall gefüllte Kornkammern, das jede Menge ungebetene Gäste anlockte, so auch zahlreiche Mäuse. Da kam es den Menschen gelegen, dass sich Wildkatzen zunächst nur gelegentlich, dann immer häufiger und schließlich ständig in ihrem häuslichen Umfeld aufhielten. Schließlich erreichte die Katze sogar einen heiligen Status als Tempelkatze. Später erhob sie ein Pharao sogar zum Status einer Göttin mit eigenem Tempel und Priestern. Die Tötung von Katzen stand damals unter Todesstrafe. Nach und nach, insbesondere zur Zeit der römischen Herrschaft, eroberte die Katze als Importgut weitere Länder. Heute ist sie eines der am weitesten verbreiteten Haustiere.

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