Sonntag, 8. September 2013

Auch Katzen können grauen Star bekommen

Fast alle unsere Haustiere können im Alter den grauen Star bekommen. In der freien Natur ist das Problem in der Regel schnell gelöst, wenn ein Wildtier seine Sehfähigkeit verliert, verliert es meist relativ zeitnah auch sein Leben. Mit unseren Haustieren verhält es sich anders. Durch unsere Obhut sind sie vor der natürlichen Selektion geschützt und werden zumeist deutlich älter als wildlebende Tiere. 

Katzen können gut mit halber Sehkraft zurecht kommen Foto: Evelyn Simak | Wikimedia Commons
Grauer Star lässt das Bild verschwimmen

Im Alter lässt die Sehkraft häufig nach. Gleichzeitig stellen sich eine Erhärtung, sowie auch eine Trübung der Linse ein. In seltenen Fällen kann grauer Star angeboren sein oder wird durch Unfall, Krankheit, allergische Reaktionen oder eine Entzündung hervorgerufen. Von außen ist lediglich ein heller Fleck sichtbar, der eine graubläuliche bis weiße Färbung hat. Der betroffene Patient kann nicht mehr klar sehen oder erblindet sogar gänzlich auf dem betroffenen Auge.

Was hilft bei grauem Star?

Leider gibt es keine Medikamente, um das Fortschreiten des grauen Star aufzuhalten. Einzig ein operativer Eingriff kann Abhilfe schaffen, indem die getrübte Linse durch eine neue künstliche Linse ersetzt wird. Ein solcher Eingriff stellt für eine Katze eine erhebliche Belastung dar. In den drei Wochen nach der Operation benötigt sie permanente Beaufsichtigung und intensive Pflege. Daher muss sorgfältig abgewogen werden, ob der Eingriff im individuellen Fall sinnvoll ist oder nicht. Mit einer einseitigen Blindheit kommen die meisten Tiere bestens zurecht, ein Außenstehender merkt es häufig nicht einmal. Auch die beidseitige (nahezu) Blindheit stellt kein großes Problem dar, wenn die Tiere gelernt haben, sich mit dieser Einschränkung zu arrangieren. Daher ist es vermutlich sinnvoller, die Wohnung entsprechend umzugestalten anstatt das Risiko einer Operation einzugehen.

Der ideale Wohnraum für die sehbehinderte Katze

·         Nicht zu weitläufig und idealerweise auf nur einer Etage
·         Ecken und Kanten sind abgepolstert
·         Treppen, Fenster und Balkone sind gesichert, sodass die Katze nicht ausversehen herunterfallen kann
·         Es gibt keine anderen Tiere im Haushalt, welche die sehbehinderte Katze bedrängen könnten
·         Futter- und Wasserplatz bleiben an der wohlbekannten und gut erreichbaren Stelle
·         Möbel bleiben an ihrer Stelle und werden nicht ständig verrückt
·         Es ist immer jemand da, um der Katze zu helfen, falls sie sich verläuft oder in einer Sackgasse feststeckt

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