Sonntag, 25. August 2013

Früher dem Adel vorbehalten: Die Angorakatze


Hätten Sie vermutet, dass es die Angorakatze heute gar nicht mehr gibt? Von Angorakaninchen und Angoraziegen hat vermutlich jeder schon gehört. Auch diese sind bekannt für ihr außergewöhnliches Fell und wurden in Europa insbesondere zur Wollproduktion und der Herstellung teurer Pelze weiter gezüchtet. Die Angorakatze hingegen war kein Nutztier, sondern vielmehr ein Gesellschaftstier. Als im 17. Jahrhundert der Adelsstand in Europa gefallen an einem neuen Prestigeobjekt fand, wurde die langhaarige Katzenrasse aus Kleinasien importiert. Auch Ludwig XIII fand Gefallen daran. Entsprechend ihrer Herkunftsregion bekam sie den Namen Angorakatze. Nach und nach vermischte sie sich mit anderen europäischen Katzenrassen, sodass die ursprüngliche Form weitestgehend verloren ging. 

Eine Angorakatze Foto: Pablo1964 | Wikimedia Commons
Eine weitere Reinzucht war nicht mehr möglich, obwohl es zum Anfang des 19. Jahrhunderts einen erfolglosen Versuch gab, die Rasse nochmals heraus zu züchten. Damit verschwand nicht nur die Angorakatze selbst, sondern auch ihr Name nach und nach von der Bildfläche. Heute nennt man langhaarige Katzenrassen allgemein einfach „Perserkatze“. Einzig die Türkisch Angora kommt der damals aus der Region Angora in Kleinasien (heute Türkei) importierten Angorakatze sehr nah.

Heute tragen viele der heute bekannten Katzenrassen das Langhaar-Gen der ursprünglichen Angorakatze weiterhin in sich. So kann es vorkommen, dass aus der Verpaarung von zwei kurzhaarigen Katzen Nachkommen mit langem Fell entstehen.

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