Montag, 1. Juli 2013

Ein leidiges Thema: Die Katze und die Angst vor dem Staubsauger


Eine gezielte Gewöhnung an Staubsauger und ähnlich angsteinflößende Haushaltsgeräte ist bei Katzen meist nicht erfolgreich. Hunde kann man mittels Futtergabe auf bestimmte Dinge konditionieren, bei Katzen funktioniert dies nur bedingt. Daher sollten Sie zunächst herausfinden, ob Ihr Stubentiger den Staubsauger (oder irgendeinen anderen Auslöser) als wirklich bedrohlich oder nur ein wenig unangenehm empfindet. In ersterem Fall können Sie vermutlich nicht viel unternehmen, um die Gewöhnung zu fördern. Im zweiten Fall kann eine Gewöhnung eintreten, wenn der Auslöser möglichst häufig und nur kurz auftritt. Die Katze lernt, dass dieser Auslöser nicht gefährlich ist, also keine kräftezehrende Fluchtreaktion nötig ist.
Foto: Magnus Manske, Wikimedia

Gewöhnung ist ein normaler Lernprozess
Ein natürlicher Mechanismus, der grundsätzlich allen Tieren angeboren ist, ermöglicht Anpassung und Lernen. Genauso wie eine Katze lernen kann, welches Hörzeichen die Fütterung ankündigt, kann sie auch lernen, welche Dinge in ihrem Umfeld bedrohlich sind und welche nicht. Dabei spielt das Alter eine ausschlaggebende Rolle. Eine junge Katze, die erst beginnt die Welt zu erkunden und verstehen, kann sich schneller gewöhnen, als eine alte Katze die mit einer völlig neuen Situation konfrontiert wird. In jedem Alter gilt jedoch ein Grundprinzip: Fühlt die Katze sich bedroht, dann wird sich wahrscheinlich keine Gewöhnung einstellen. Eine weitere Konfrontation mit der Situation bedeutet unnötigen Stress für das Tier. Leider verhält es sich mit dem Staubsauger häufig so, dass Katzen Angst davor haben. Nicht zuletzt deswegen, weil auch der letzte Winkel der Wohnung sauber werden soll – und daher die Katze von dem lärmenden Ungetüm kurzerhand auch noch von ihrem Rückzugsort vertrieben wird.

Stressor ankündigen und Konfrontation vermeiden
Probieren Sie es doch einmal mit einer Warnung, indem Sie ein Signalwort aussprechen noch bevor Sie den Staubsauger aus dem Putzschrank holen. Dies gibt den Samtpfoten Gelegenheit, sich zurückzuziehen. Dass sie an ihrem Rückzugsort und Schlafplatz nicht gestört werden sollten, ist wohl selbstverständlich. Dies bedeutet, dass Sie sich mit dem ohrenbetäubenden Monstrum auch nicht weiter annähern, sobald Ihre Katze Unbehagen signalisiert. Legen Sie doch einfach eine Pause ein, locken Ihren Liebling mit Futter an einen anderen Ort der Wohnung und führen erst dann die Reinigung fort. Das erspart Ihrem Stubentiger unnötigen Stress. Oder kaufen Sie sich einfach einen sehr ruhigen, superleisen Staubsauger.

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