Freitag, 5. Juli 2013

Das Revier der Katze

Die Katze beansprucht in der Regel ein ganz klar umrissenes Gebiet und verteidigt dieses Revier gegen andere Katzen. Ein Revierneuling muss sich eine bestehende Revieraufteilung der eingessenen Katzen einfügen, Wegerechte gewähren und in Anspruch nehmen.Weil sie sich in der freien Natur unabhängig von Artgenossen um ihre Versorgung kümmert, ist ihr dieser Anspruch auf persönliche Zonen für Jagd und Entspannung sehr wichtig. Das empfindet auch unser Stubentiger noch so.
Katze in Ihrem Revier. Foto: Alisha Vargas, Flickr

Das Revier von Katern ist wesentlich größer als das von Weibchen, es nimmt in Freiheit etwa dreimal so viel Platz ein. Er deckt es aber nicht immer vollends mit seinen Streifzügen ab. Gerade in der Paarungszeit hat er mitunter auch andere Dinge im Kopf. Das macht das Katerleben nicht nur stressiger, sondern auch gefährlicher. Bei Bissen können bedrohliche Keime von Krankheiten wie dem Katzen-Aids (FIV) übertragen werden. Unkastrierte Kater setzen sich größeren Gefahren aus, denn in größeren Streifzügen durchkämen sie die Nachbarschaft ihres Reviers nach paarungsbereiten Weibchen. Bei diesen Eskapaden geraten unkastrierte Kater viel öfter als kastrierte in den Straßenverkehr und verunglücken tödlich. Die Lebenserwartung unkastrierter Kater lässt sich deshalb um mehrere Jahre kürzer als die kastrierter Geschlechtsgenossen einschätzen. Auch die Kätzinnen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten wenn sie einen Wurf haben. So verteidigen die weiblichen Katzen ihr Revier, mag es auch kleiner sein, äußert aggressiv gegen andere Katzen, wenn sie Nachwuchs haben.

Die Nahrungssituation wirkt sich direkt auf das Revierverhalten der Katze aus: umso mehr Futter vorhanden ist, desto weniger macht das einzelne Tier seine Ansprüche geltend. In südlichen Ländern kann man oft ganze Horden von streunenden Katzen beobachten, die um Hotelanlagen schleichen. Dort fällt für jede einzelne genug Futter ab, deshalb teilen sich die Tiere ihr Gebiet.

Katzen setzen viele unterschiedliche Methoden ein, um ihr Revier durch Markieren abzustecken und Eindringlinge abzuschrecken. Die von Katzen gesetzten Duftmarken geben Auskunft über Alter, Katzenrasse, Geschlecht, Status, Gesundheitszustand und letzten Besuch an dieser Markierung.

Die Duftdrüsen der Katze befinden sich vor allem am oberen Kopf. Wenn eine Katze sich an den Beinen eines anderen Tieres, Menschen oder an einem Baum reibt, hinterlässt sie für Menschen nicht wahrnehmbare Revierinformationen. Auch das oft praktizierte Krallenschärfen an Pfosten und Bäumen hinterlässt individuelle Duftmarken. Unkastrierte Kater setzen ihren intensiv riechenden Urin zum sogenannten Harnmarkieren ein. Dies ist selbst nach einem Regen für andere Tiere noch wahrnehmbar. 

Die Katze ist sehr flexibel und kann sich auf die Umstände einstellen, um ihr Überleben zu sichern. Am liebsten ist es ihr aber natürlich, wenn sie sicher versorgt und ruhig lebt, in einem Umfeld, das ihr auch erlaubt, sich ab und an zurückzuziehen.

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