Sonntag, 23. September 2012

Hemingway und die Katzen

Ernest Hemingway war seinen Mitmenschen nicht immer wohl gesonnen, tatsächlich misstraute er ihnen. Ganz im Gegensatz dazu liebte er die Katzen. Viele Zitate belegen dies, so soll er zum Beispiel einmal gesagt haben: "Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben gehen ohne Lärm zu machen." Aus der Zuneigung des Schriftstellers zu den Samtpfoten ist sogar eine eigene Rasse entstanden.

© Jeremy Burgin | Flickr
In den 1930er Jahren lebte Hemingway auf der kleinen Insel Key West in Florida. Hier bekam er von einem Schiffskapitän eine außergewöhnliche Katze geschenkt: sie hatte sechs Zehen an den Vorderpfoten. Der Autor von „Der alte Mann und das Meer“ nannte sie „Snowballs“ und lebte fortan mit ihr zusammen.

Man nennt solche Katzen mit vielen Zehen auch polydaktyle Katzen. Meist sind die Vorderpfoten betroffen, aber oft auch alle vier. Es handelt sich um eine Genmutation. In den USA ist der Ausdruck „Hemmingway-Katze“ mittlerweile ein Synonym für die polydaktylen Katzen.

In der ehemaligen Villa des Schriftstellers auf Key West leben heute noch zirka 60 Katzen. Sie alle sind nach berühmten Filmschauspielern benannt. Die Tiere können sich in dem Anwesen austoben, wie sie möchten. Sie bevölkern den tropischen Garten und machen es sich auf den antiken Möbeln bequem. Das Gebäude ist heute ein Museum, und dessen Angestellte sorgen auch für die Samtpfoten.

Wenn man die Villa besucht, so wie die unzähligen Touristen, die jedes Jahr hier her kommen, kann man einen Einblick in die Welt des begnadeten Autoren bekommen – und diese Welt wäre ohne Katzen wohl kaum denkbar gewesen.

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