Montag, 10. September 2012

Das Grinsen der Grinsekatze

Zweifelsohne eine der berühmtesten Katzenfiguren der Geschichte ist die „Grinsekatze“ aus dem Roman „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Die intelligente und gewitzte Grinsekatze gehört der Herzogin und hilft der Hauptfigur Alice, indem sie ihr die wichtigsten „Regeln“ des Wunderlandes erklärt. Ihr hervorstechendes Merkmal ist dabei das breite Grinsen, das mitunter sogar bleibt, wenn das magische Tier sich unsichtbar macht.



© John Tenniel | Wikimedia Commons



Der englische Name des eigentümlichen Wesens lautet „Chenshire Cat“. Als Carroll den Roman in den 1860er Jahren schrieb, war die Redewendung „to grin like a Chenshire cat“ in England geläufig. Er selbst stammte aus der Grafschaft Chenshire, auf die sich der Ausdruck bezieht. 1832 war er im Ort Daresbury zur Welt gekommen.


Was es aber letztlich mit dem Grinsen einer Katze aus Chenshire auf sich hat, ist nicht endgültig geklärt. Eine Deutung geht auf den berühmten Chenshire- oder Chester-Käse aus der Grafschaft zurück, der früher geformt war wie eine Katze. Es ist möglich, dass diesem Käsetier unterstellt wurde, es würde grinsen, weil die Grafen keine Steuern an die Krone zu zahlen hatten.
Eine andere Theorie ist simpler: angeblich sei ein besonders untalentierter Schildermaler beim Versuch gescheitert, diverse Gasthöfe mit Löwen zu verzieren. Die Löwen hätten ausgesehen wie grinsende Katzen.


Die dritte Legende erzählt von einem gemeinen Förster, der während der Regentschaft von Richard III. zahlreiche Wilderer hinrichten ließ. Dabei soll er breit gegrinst haben. Da der Mann Catling hieß, soll daraus später die Verkürzung „cat“ entstanden sein. Das ist sicherlich die unwahrscheinlichste Variante.
Doch woher auch immer die Grinsekatze ihr Grinsen hat, Kinder und Erwachsene lieben sie bis heute.


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