Samstag, 17. März 2012

Hundeähnliches Training mit der Katze?

Manch ein Katzenhalter empfindet ein Training mit Katzen als unangemessen, weil damit die Individualität und Eigenwilligkeit der Tiere eingeschränkt werden könnte. In der Praxis lässt sich jedoch bei den meisten Samtpfoten eine Menge Freude am alltäglichen Training erkennen.

Auch Katzen freuen sich nämlich über ein bisschen Stimulation für die grauen Zellen, gerade wenn es darum geht, neue Konzepte zu erlernen. Insbesondere wenn die Übung, im wahrsten Sinne des Wortes, in einem Leckerchen mündet.

Verschiedene Kommandos wie "Sitz", "Bleib" oder "Pfote" können einen guten Einstieg in die Welt des Katzentrainings bieten. Für jede Übung gibt es verschiedene Kniffe, mit denen der zu erlernende Bewegungsablauf leichter vermittelt werden kann.

So setzt sich eine Katze beispielsweise bereits fast von alleine hin, wenn man das Leckerli langsam über ihren Kopf in Richtung Schwanz bewegt. Natürlich sollte man hierbei mit Vorsicht vorgehen, da einige besonders gierige Katzen schon vorher nach dem Snack schnappen werden. Übt sich der Mensch jedoch in Geduld, wird die Katze sich regelmäßig beim Anblick eines Leckerchens in der Menschenhand setzen. Mit dem richtigen Timing kann man dabei dann "Sitz" aussprechen, eine Verbindung von Begriff und Aktion findet automatisch statt. Nach einigen Tagen mit kurzen Übungsphasen kann zur nächsten Phase übergegangen werden. Nun wird das Kommando ohne den Kniff mit der Bewegung ausgeführt, jedoch das Leckerli gut sichtbar präsentiert. In den meisten Fällen hat die Katze bereits begriffen was zu tun ist und setzt sich prompt, in vollster Erwartung eines schmackhaften Snacks.

Beim Training sollte man das Tier nie überstrapazieren, kurze Trainingseinheiten von 10-15 Minuten am Tag genügen bereits. Ein tägliches aber dafür kurzes Übungsschema erwies sich in der Praxis als besonders erfolgreich.

Als Trainingssnack eignen sich fettarme, getrocknete Putenstreifen oder aber auch hochwertiges Trockenfutter. Ganz gleich welche Art von Belohnung man nutzt, die normale Futtermenge sollte stets entsprechend reduziert werden, um Übergewicht zu vermeiden.

Übungen wie diese wirken sich zumeist ausgleichend auf das oft unterforderte Gemüt von Wohnungskatzen aus. Nach einigen Tagen der Übung werden die Vierbeiner oft konzentrierter und ruhiger, büßen aber dabei nie ihren Charakter ein. Katzen mit Auslauf zum Garten oder in die Nachbarschaft sind hingegen selten an einem solchen Ausgleich interessiert, vermutlich weil die Außenwelt genügend Abwechslung bieten kann.
sitzende Katze (c) Wikimedia Commons. Fotograf: Lynne R. Lawrie

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