Dienstag, 26. Juli 2011

Katzenbisse - die unterschätzte Gefahr

Die meisten Menschen, aber auch Katzenbesitzer, unterschätzen die Gefahren, die von Katzenbissen ausgehen. Katzenzähne sind spitz und hinterlassen deshalb nur kleine Wunde Bisswunden, die schnell wieder aufhören zu bluten. Beim Spielen oder beim zärtlichen Liebkosen wird die Katze den Halter wohl kaum beißen, so dass er eine blutende Verletzung davonträgt. Bei fremden Katzen kann dies aber schnell passieren, da sich diese bedrängt fühlen und in Panik geraten. Als Schutzreaktion beißen und kratzen sie, um sich einen größeren Freiraum zu verschaffen.

Die Gefahr besteht aber darin, dass die Wunde sich wieder relativ schnell verschließt, weshalb die eingedrungenen Bakterien nicht mehr mit Desinfektionsmitteln unschädlich gemacht werden können und folglich sich fast ungehindert vermehren. Sowohl die Mundschleimhaut als auch die Zähne der Katzen werden von unterschiedlichen Bakterien besiedelt, die für den Menschen sehr gefährlich sein können. Ein unbehandelter Biss kann zu schweren Entzündungen, Abszessen, Knochen- und Hirnhautentzündungen führen. Meistens ist dann ein längerer Krankenhausaufenthalt die Folge. Einige Keime aus der Mundhöhle der Katze schaffen es, das Immunsystem des Menschen zu umgehen und sich deshalb völlig ungehindert und rasant vermehren. Wundbrand, eine Sepsis, Hirnhautentzündung oder Endokarditis, eine Entzündung der Herzinnenhaut, sind häufig die Folgen und können unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Deshalb ist es ratsam, nach jedem Katzenbiss, der auch nur eine leichte Blutung versucht, einen Arzt aufzusuchen und sich in dessen Behandlung zu geben. Bei der Behandlung wird die Wunde erneut geöffnet, großzügig desinfiziert und prophylaktisch Antibiotika gegen die Bakterien, die über den Biss in das Gewebe eingedrungen sind, verschrieben. Dies ist die einzige Möglichkeit, eine Infektion zu verhindern. Des Weiteren ist es wichtig, bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes sofort den Arzt zu konsultieren, der gegebenenfalls andere Antibiotika verschreiben kann.

Allgemein resultiert die Gefahr eines Katzenbisses auch daraus, dass die Tatsache, dass man von einer Katze gebissen wurde, bagatellisiert wird und viele Menschen davonausgehen, dass diese kleine Verletzung, die relativ schnell aufhört zu bluten, sich nicht infizieren kann, weil sich diese eben wieder so schnell versiegelt. Ein weiterer Grund ist auch die Tatsache, dass nur fünf bis zehn Prozent der Tierbisse von Katzen verursacht werden und viele nichts von den Folgen wissen. Ein guter Rat ist deshalb: Bei Katzenbissen nicht zögern und sofort zum Arzt gehen. Lieber einmal zu oft beim Arzt gewesen sein, als einmal zu wenig und dann die Nachsicht zu haben.

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