Dienstag, 31. Mai 2011

Wie treu sind Katzen?

Eine bekannte Redensart lautet "Hunde sind treu, Katzen sind falsch". Und tatsächlich hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass Katzen nur an ihrem Revier, nicht aber an ihren Besitzern hängen. Das liegt vermutlich daran, dass viele Menschen die Verhaltensweisen von Katzen falsch interpretieren.

Anders als Hunde sind Katzen keine Rudeltiere und folgen keinem höherrangigen Anführer. Sie sind äußerst eigenständig und teilen sich ihren Tag selbst ein. Als echte Gewohnheitstiere reagieren sie empfindlich auf Störungen in ihrem Umfeld. Das kann eine weitere Katze oder ein Baby sein, aber auch scheinbar unwichtige Dinge wie laute Musik. Wenn die Störungen das für die Katze erträgliche Maß übersteigen, sucht sich diese ein neues Revier, in dem die Bedingungen katzenfreundlicher sind.

Trotzdem sind Katzen keine Einzelgänger, wie viele glauben, sondern sehr soziale Wesen. Sie kennen nur im Gegensatz zu Hunden keine wirkliche Rangordnung. Bauernhofkatzen schließen sich sogar häufig zu größeren Gemeinschaften zusammen, und selbst auch Freigängerkatzen halten Kontakt zu ihren Artgenossen.
Diese schwarze Katze wird aktuell in Fritzlaer vermisst. Quelle: markt.de  Katze Entlaufen, Zugelaufen

Deshalb ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass Katzen zu Menschen durchaus enge Bindungen eingehen können. Das gilt ganz besonders für Katzen, die von klein auf in menschlicher Obhut aufgewachsen sind; für diese sind die Menschen, mit denen sie ihr zusammenleben ein natürlicher Bestandteil ihres Sozialgefüges. Sie behandeln ihre zweibeinigen Mitbewohner in vielen Bereichen wie einen etwas begriffsstutzigen Artgenossen; beispielsweise versuchen viele Katzen sie durch das Mitbringen von mehr oder weniger lebendigen Mäusen zum Jagen zu erziehen. Das weit verbreitete Schlecken an der Hand oder im Gesicht ist eigentlich soziale Fellpflege. Natürlich sollte auch der Mensch sich auf die Katze einlassen - dann kann selbst ein Umzug der Beziehung nicht dauerhaft etwas anhaben. Gelegentlich wird sogar von Katzen berichtet, die über Hunderte von Kilometern zu ihren Besitzern zurückgekehrt sind. Solange nichts wirklich Gravierendes geschieht, würde eine Katze 'ihre' Menschen niemals verlassen. Dass Katzen vermisst werden bzw. entlaufen, kommt glücklicherweise selten vor.

Katzen sind echte Gewohnheitstiere, bleiben ihrem Revier eigentlich ein Leben lang treu. Doch manchmal gibt es für sie Gründe, sich ein neues Zuhause zu suchen, schreibt die BZ in Berlin.
"Wenn Freigänger-Katzen ausziehen, dann liegt das immer daran, dass sie mit den Lebensbedingungen in ihrem alten Zuhause nicht mehr glücklich waren", zitiert die BZ die Schöneberger Katzen-Expertin Birga Dexel (40), "ein neues Revier kann für ein frustriertes Tier dann eine reizvolle Alternative sein." Ein schreiendes Baby, mangelnde Aufmerksamkeit oder sogar Diätfutter könnten eine Katze zum Ausziehen in ein neues Revier bewegen. In den meisten Fällen kehren ausgezogene Katzen aber wieder zum Stammort zurück. Hier besteht also für verlassene Katzenhalter, die schon Vermisstanzeigen inseriert haben, durchaus Hoffnung auf ein Wiedersehen. "Ich kenne eine echte Teilzeit-Katze, die morgens um neun, wenn ihr Frauchen ins Büro fährt, schnurstracks zur netten Rentnerin ins Nachbarhaus wandert. Wenn ihre Halterin abends von der Arbeit kommt, wartet auch schon ihre Katze wieder vor der Tür", resümiert die Expertin. Weiteres zu dem Thema "Wie treu sind Katzen" finden Sie hier im BZ-Artikel.

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