Mittwoch, 29. September 2010

Tollwutimpfung für Katzen ratsam

Zum gestrigen Welt-Tollwuttages am 28. September mahnte die Bundestierärztekammer, dass die Tollwut-Impfung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für Katzen bleibt. Die Bundesrepublik ist zwar seit wenigen Jahren tollwutfrei, die Gefahr eines Imports der Krankheit aus Osteuropa existiert jedoch weiterhin. Eine Entwarnung gibt es noch nicht. Der letzte Tollwutfall wurde in der Bundesrepublik 2008 gemeldet, liegt also noch nicht lange zurück. Auch ist nicht auszuschließen, dass weiterhin Tollwut bei einigen wenigen Wildtieren in Deutschland vorliegt. Dazu können Erkrankungen jederzeit durch rabiden Wildwechsel importiert werden. Die osteuropäischen Nachbarländer verzeichnen jedes Jahr immer noch viele Tollwutausbrüche bei Haus- und Wildtieren, die leicht nach Westeuropa getragen werden könnten. Im europäischen Reiseverkehr bleibt die Tollwut-Impfung von Haustieren, also auch Katzen, behördliche Vorschrift. Die Tollwutimmunität muss über den EU-Heimtierausweis dokumentiert werden. Auch bei einem Kauf von Katzen aus Osteuropa sollte auf den Impfschutz geachtet werden. Über Kleinanzeigen werden immer wieder aus Polen oder Ungarn importierte Katzen zum Verkauf inseriert.

Dank neuer Entwicklungen auf dem Impfstoffmarkt, sind nun moderne Tollwutimpfstoffe verfügbar, die bis zu drei Jahren verlässliche Immunität bieten. Eine Impfung für ausläufige Katzen bleibt daher auch in Deutschland weiterhin sinnvoll, also nicht nur für Auslandsreisen. Die neu entwickelten Impfstoffe gegen die gefährliche Krankheit werden inzwischen auch von den deutschen Behörden anerkannt. "Jeder Tierhalter kann bei der weltweiten Bekämpfung dieser Krankheit einen wertvollen Beitrag leisten" erklärt Prof. Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer zum Welt-Tollwuttag. "Halter sollten Hunde, Katzen und Pferden routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen." Auch regelmäßige Auffrischungsimpfungen für Katzen sind ratsam. Nur Katzen, die ausschließlich im Haus leben, sind absolut ungefährdet.

Die Tollwut verläuft bei Mensch und Tier fast immer schnell tödlich. Der Tollwutvirus wird durch Speichel übertragen und kommt bei Wildtieren besonders bei Füchsen vor. Durch einen Biss überträgt sich die Krankheit vom Wildtier auch auf Katzen. Beobachten Besitzer bei ihrer Katze ein verändertes Verhalten oder einen starken Speichelfluss, sollten sie es sofort zum Tierarzt bringen. Der Tollwutvirus führt zu einer Gehirnentzündung und verläuft in den meisten Fällen tödlich. In betroffenen Tollwutgebieten wurden noch vor wenigen Jahren in Deutschland Impfstoffköder zunächst von Hand und später vom Hubschrauber aus ausgelegt. Diese bestehen aus einem Fischmehlpressling der eine Blisterpackung mit dem Impfstoff enthält. Der Fuchs frisst den Köder und durchbeisst dabei den Blister. Die Schleimhaut wird benetzt und das Impfvirus bewirkte eine Immunität.

Vor einer Tollwutimpfung sollten Tierhalter die Katze beim Tierarzt gründlich auf mögliche Krankheiten untersuchen lassen. Denn nur wenn das Tier zur Zeit der Impfung vollständig gesund ist, spricht die Impfung tatsächlich an. "Nur bei einem gesunden Tier bildet sich ein ausreichender Impfschutz", warnen die Fachkräfte der Bundestierärztekammer. Um die nötige Grundimmunisierung zu erreichen, werden die Katzen am besten mit zwölf Wochen das erste Mal geimpft. Die Impfung sollte dann nach vier Wochen noch zweimal wiederholt werden. Die Tollwutimpfung ist vor allem dann Pflicht, wenn eine Auslandsreise mit der Katze geplant ist. Tierärzte stellen dem Besitzer dazu den Impfpass und EU-Heimtierausweis aus.

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